Ö1 – Gedanken für den Tag

Sonntag, 28.8.2011

Die Sommer- und Urlaubszeit geht langsam dem Ende zu. Als es noch keine Digitalkameras gab, waren das die Tage, als ich meine Urlaubsfotos zum Entwickeln gebracht und gespannt darauf gewartet habe, ob sie mir gut gelungen sind. Seitdem ich digital fotografiere, fällt diese Wartezeit weg und ich habe viel mehr Urlaubsfotos als früher. Aber warum ist es mir eigentlich so wichtig, im Urlaub und auf Reisen zu fotografieren?
Ich möchte liebe Menschen, schöne Momente, faszinierende Orte für mich festhalten.
Es fällt mir schwer, den wunderschönen Blick über die Berge wieder loszulassen.
Ich kann mich nicht von dem romantischen Sonnenuntergang über dem Meer trennen.
Ich möchte nicht, dass mir diese Erinnerungen verlorengehen, ich möchte sie wieder abrufen können, wenn ich mir die Bilder später einmal anschaue.
Fotografieren ist in diesem Sinn ja eine Art Protest gegen die Vergänglichkeit von uns Menschen und dieser Welt.
Manche Menschen sind mit dem Festhalten durch das Fotografieren so beschäftigt, dass es ihnen schwer fällt, besondere Momente ohne den Finger an der Kamera zu genießen.
Der Wunsch, Schönes festzuhalten ist manchmal stärker als die Dankbarkeit, das Schöne in Wirklichkeit zu sehen.
Aber gerade die Dankbarkeit kann mich vor dem Zwang bewahren, alles festhalten zu müssen.
Ich wünsche uns, dass es uns gelingt, in Momenten des Glücks dankbar dafür zu sein, dass wir sie erleben dürfen. Ich wünsche uns, dass auch beim Anschauen von Urlaubsfotos diese Dankbarkeit im Vordergrund stehen kann.

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