Gedanken zum Sonntag Lätare 22. März 2020

Der Wochenpsalm, der für den heutigen Sonntag vorgesehen ist, ist der Psalm 84.
Darin heißt es in Vers 6-8:
Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!
Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund und Frühregen hüllt es in Segen. Sie gehen von einer Kraft zur anderen und schauen den wahren Gott in Zion.
Wie geht es Ihnen, wie geht es Dir in diesen besonderen Tagen?
Der Alltag hat sich für alle rasant verändert. Manche Menschen haben jetzt besonders viel zu tun. Andere sind einsam, weil sie alleine zu Hause sitzen. Familien sind rund um die Uhr oft auf engem Raum beisammen und müssen den Tagesablauf so organisieren, dass möglichst viele Bedürfnisse befriedigt werden.
Wie stellen wir uns auf die ungewohnte Situation ein?
Ich empfinde es in einer Stadt wie Wels nicht leicht, wirklich aufeinander zu schauen.
Wer braucht Unterstützung? Wie können wir helfen? Wer möchte gerne kontaktiert werden?
Der Psalmbeter spricht von einem „dürren Tal“ durch das die Menschen ziehen.
Ich habe es selbst einmal erlebt, in Israel in einem ausgetrockneten Tal im Sommer unterwegs zu sein.
Wir waren eine unerfahrene Gruppe und hatten zu wenig Wasser mit.
Irgendwann fragten wir uns: Wie lange halten wir noch durch? Wie lange ist der Weg noch?
Diese Fragen stellen sich im Moment viele von uns. Wie lange dauert dieser Zustand noch?
Gestern haben wir gehört, dass die Maßnahmen bis zum Ostermontag verlängert werden.
Und was ist dann?
Die nächsten Wochen sind wir unterwegs auf dem Weg durchs „dürre Tal.“ Liebgewordene Gewohnheiten müssen geändert werden, selbstverständliche Freiheiten sind eingeschränkt.

Der Psalmbeter drückt seine Hoffnung mit dem Bild aus, dass den Menschen, die Gott für ihre Stärke halten, das dürre Tal zum Quellgrund wird. Er hat die Gewissheit: Die Durststrecke wird ein Ende haben.

Der heutige Sonntag trägt den Namen „Lätare“ – das heißt „Freuet Euch!“
Ich wünsche uns, dass wir mitten in der Passionszeit, der Zeit des Bedenkens von Leiden in unserer Welt, immer wieder Grund zu Freude finden.
„Gott ist Sonne und Schild“, sagt der Psalmbeter in Vers 12.
Diese Zusage gilt in diesen Tagen auch für uns!

Gottes Licht scheine in dunklen Zeiten für Dich und die Deinen!
Gottes Schild beschütze Dich vor Krankheit!
Sein Geist sei wie die durstlöschende Quelle im dürren Tal!
Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen und Euch
Pfarrer Roland Werneck

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